Was wähle ich denn bloß?

Guten Tag allerseits! Jetzt sind es nur noch ein paar Tage bis zur Landtagswahl, überall hängen Wahlplakate, sogar ich hänge zuweilen an irgendwelchen Laternenpfählen rum, wenn Sie genau drauf achten.

Damit ist die Frage, was um alles in der Welt denn am Sonntag passieren, wohin man sein Kreuzchen setzen soll, noch nicht beantwortet. Nimmt man die schräg ins Bild schauende Hedi Thelen, den breit in die Kamera grinsenden Clemens Hoch, die Schützdeller mit den merkwürdigen Ohrringen oder den Gymnasiallehrer, von dem man hofft, dass sein Unterricht nicht so langweilig ist wie sein Bild wirkt…

Wichtig ist vor allem, dass Sie sich nicht drücken. Angesichts dessen, was sich in den vergangenen Monaten und vor allem in den letzten Wochen so alles abgespielt hat kann man sich schon mal die Frage stellen, ob man aus dieser Nummer irgendwie rauskommen kann und am Sonntag einfach zu Hause bleiben sollte, aber ich denke, allen ist klar, dass das die schlechteste Lösung ist.

Wir leben in einer Demokratie, und die lebt nun mal vom Mitmachen. Und es ist wichtig, dass Sie mitmachen, ja, auch Sie, die eigentlich total keinen Nerv mehr haben, weil sich „da oben“ doch kein Mensch mehr für das interessiert, was Sie wollen, glauben und für richtig halten.

Denken Sie?

Falsch!

Im Gegensatz zur Bundestagswahl, wo man sich für eine Kandidatin oder einen Kandidaten entscheiden muss, den man in der Regel vorher noch nie gesehen hat und den man auch vor dem nächsten Wahlkampf vermutlich nicht mehr zu Gesicht bekommt, ist eine Landtagswahl etwas viel Persönlicheres. Die oder der Kandidat(in) wohnt im selben Ort oder in der Nachbargemeinde und ungeachtet der Partei, für die er oder sie antritt, kann man gut nachverfolgen, was für ein Mensch sich da um Ihre Stimme bewirbt.

Bei mir ist das ziemlich einfach. Wenn Sie schon mal auf meiner Seite gewesen sind, dann wissen Sie, dass ich unbequem bin. Ich finde, unbequeme Menschen, die sich nicht vor Ikonen oder jemandem, der sich dafür hält, fürchten, sind wichtig in einem Gremium wie dem Landtag.

Ich halte nichts von leeren Versprechungen. Ich sage Ihnen, was Sache ist. So wie es aussieht, wird die FDP nicht gerade in Bataillonsstärke in den Rheinland-Pfälzischen Landtag einziehen, also sind unsere Chancen, wirklich Bahnbrechendes zu leisten, verschwindend gering. WENN wir aber dabei sind und einziehen, werden wir unseren Mund nicht halten, das haben wir in den letzten Jahren auch schon nicht getan, und das ist manchem, vor allem den Herren um König Kurt, zuweilen bitter aufgestoßen. Aber im Gegensatz zu diesen Herren und Damen können wir rechnen, und zwar ziemlich gut.

Ich bin ein Kind dieser Region, und das gedenke ich nicht zu vergessen, egal wo ich bin. Ich mag diese Gegend, ich mag es, am Fuß der Eifel zu leben, den Rhein im Blick, und die Tatsache, dass ich quasi auf einem Vulkan lebe, sagt schon mal, dass ich auch dann duchhalte, wenn es mir mal unter dem Hintern heiss wird.

Ich bin mutig. Damit meine ich, dass ich meine Ansicht vertrete, auch wenn sie zuweilen sogar dem widerspricht, was meine „eigene Partei“ für gut uns richtig erklärt hat. Bin ich der Meinung, dass das falsch ist, dann sage ich das auch, da lasse ich mich nicht verbiegen. Übrigens kann man das bei den Liberalen besser als in irgendeiner anderen Partei, denn die Liberalen sind tatsächlich, was ihr Name andeutet, sie sind liberal und halten es aus, wenn unterschiedliche Meinungen bestehen. Manchmal seufzen sie, aber sie ertragen es. Ich bin aber auch mutig, wenn es darum geht, mich für eine Sache einzusetzen, von der andere lieber die Finger lassen würden. Ich bin ein wenig stolz darauf, dass endlich Bewegung in die Sache mit den Sprengungen in Mendig kam, nachdem ich mich mal ordentlich in die Sache reingehängt hatte…

Wobei wir beim Nächsten sind. Ich kann mich so richtig in Sachen reinhängen. Wenn ich mich einer Sache annehme, dann richtig. Ich halte nichts davon, mal kurz einen Sachverhalt „querzulesen“ und dann in eine Diskussion einzusteigen, ich bohre und forsche nach, ich frage so lange, bis ich denke, dass ich ausreichend Informationen gesammelt habe, um mira)  eine Meinung bilden zu können und b) diese dann auch fundiert zu vertreten.

Ich nehme Sie mit. Das finde ich ganz wichtig. So als Kommunalpolitikerin sitzte ich ja stundenlang in irgendwelchen Sitzungen, bekomme Unmengen an Papier und Infos und entscheide dann auf dieser Grundlage und meinen eigenen Recherchen. Sie sitzen da draußen, lesen Zeitung und fragen sich, wieso hat sie jetzt so entschieden? Keine Sorge, ich nehme Sie mit, das wissen Sie. Ich bin der Ansicht, als Ihre Vertreterin habe ich die Pflicht, Sie über die Dinge zu informieren, die ich für Sie tue. Komplexe Zusammenhänge versuche ich so zu erläutern, dass man auch ohne fünf Stunden Sitzungsvorlagenstudium begreifen kann, worum es geht. Ich arbeite transparent, und das bleibt auch so.

Aber was wähle ich denn jetzt?

Jeder von Ihnen hat andere Kriterien, nach denen er den oder die Kandidatin auswählt, die ihn im Landtag vertreten soll. Ich kann nur hoffen, dass viele von Ihnen da draußen einen ähnlichen Geschmack haben wie ich.

Ich mag nicht mehr von Kurt Beck und seinen Jungs und Mädels verschaukelt werden. Ich mag es nicht, wenn sich jemand über das Gesetz stellen möchte und falsche, unlautere und sogar kriminelle Dinge tut, sich anschließend hinstellt und die beschimpft, die ihn dafür schelten, neee, glauben Sie mir, so jemanden möchte ich nicht als „Landesvater“ haben, nicht mehr… Und von Rheinland-Filz habe ich die Nase gestrichen voll.

Dann sind da noch die Damen und Herren von der CDU. Landesmutter Julia? Alles ist besser als Kurt Beck, so muss man konstatieren und man mag von einer Frau an der Landesspitze halten was man will, ob Frau Klöckner jemals so abgebrüht und unverschämt wie Herr Beck, wird? Ich wage das zu bezweifeln… und damit kommt sie schon mal in den Recall…

Dann sind da die Grünen. Seufz. Wissen Sie, ich bin ja für Öko und auch gegen Atomkraft, aber bitte bleiben wir mal auf dem Teppich. Ich kann nicht nach regenerativer Energieversorgung schreien und dann Pumpspeicherkraftwerke ablehnen! Sollen wir den Strom zukünftig in der Hosentasche aufbewahren, bis wir ihn brauchen oder… gar zur vorindustriellen Epoche zurückkehren, weil im Mittelalter sowieso doch alles viel romantischer war? Oder ich fordere die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene und entleibe mich beim Bau neuer Bahnhöfe… Hä? Abspringen? Ein bisschen inkosistent, die Jungs und Mädels, die sind noch zu flausig im Kopf und Realo steht bei denen nur vorne drauf, aber nicht drin.

Die Linken… ach Gottchen, die Linken. Nee guckemohl, nü versuchts die PDS och hia.. Ich sage nur: Wer die Linken wählen möchte, der suche sich einen sozialistischen Staat, ich empfehle Kuba, da ist es wenigstens warm, und ziehe dort hin. Aber nur Hinflug, gell? Zurückkommen gilt nicht.

Die FDP. Ungeachtet der Tatsache, dass man uns nach wie vor vorwirft, wir seien die Lobbyistenpartei und unsere Mitglieder müssten einmal wöchentlich Dienst in der Parteizentrale machen, um mit Schaufeln und Schubkarren die ganzen Spendengelder wegzuschaffen, sind wir im Prinzip bodenständiges Personal. An der einen oder anderen Stelle vielleicht ein bisschen betagt, aber erfahren, an anderer Stelle vielleicht ein wenig zu ruhig, aber unerschütterlich. Vielleicht ein wenig langweilig, aber so ist das nun mal, wenn man Dinge ernsthaft betreibt. Und meine Jungs und Mädels brauchen dringend so jemanden wie mich in Mainz.

Deswegen bitte ich Sie um Ihre Stimme. Gehen Sie wählen und kreuzen Sie dort an, wo Jutta Schützdeller steht!

In diesem Sinne, Ihre Jutta Schützdeller

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