FDP Pellenz: Der Rathausneubau wird teurer!

Pellenz: Der Rathausneubau wird teurer;  Wer hätte das gedacht?

Auf der Grundlage der letzten Schätzung der Verbandsgemeindeverwaltung wird der Neubau des Verwaltungsgebäudes rund 5,7 Mio. Euro kosten und damit das ursprünglich angedachte Budget um rund 39% massiv übersteigen. Rückblende: Am 1. Dez. 2011 hat der Verbandsgemeinderat Pellenz auf der Basis einer vergleichenden Studie einstimmig den Neubau des Verwaltungsgebäudes beschlossen. Die Studie kam damals zu dem Ergebnis, dass der Neubau mit geschätzten Kosten von rund 4,06 Mio. Euro die wirtschaftlichere Lösung gegenüber der Sanierung des Altstandortes darstellt. Alle Fraktionen hatten ihre Zustimmung mit dem Wunsch verbunden, dass der Kostenrahmen nicht überschritten werden sollte. Am 19.09.2013 wurde dem VG-Rat von der Verwaltung dann eine neue Kostenschätzung für den Neubau vorgelegt, die mit knapp 4,7 Mio. Euro die ursprüngliche Bausumme schon deutlich übertraf. Neben der Berücksichtigung des Baupreisindexes wurde auch eine neue HOAI-Gebührenordnung als Erklärung für diese unvermeidliche Kostensteigerung angeführt. Allerdings hatte die Verwaltung auch nochmal den Raumbedarf erhöht damit Zusatzkosten ausgelöst. Zwischenzeitlich sind die Planungen nun weiter vorangeschritten. Der neue Standort ist festgelegt und im Rahmen eines Architektenwettbewerbes wurde ein Planungsentwurf ausgewählt. Aber auch die Kosten sind massiv, auf geschätzt 5,7 Mio. Euro, explodiert. So der aktuelle Sachstand, der den Ratsmitgliedern von Bürgermeister Klaus Bell in der letzten Ratssitzung zur Kenntnisnahme vorgelegt wurde. Neben den Auswirkungen der Energiesparverordnung EnEv2014, die schon länger bekannt sind und früher in den Kosten Berücksichtigung hätten finden können, liegt die Ursache im Wesentlichen in dem Architektenentwurf, der zwar einen sehr repräsentativen Verwaltungsbau verspricht, aber auch deutlich kostenaufwendiger zu erstellen ist. Erhöhte Gründungskosten und beispielsweise der Ausbau einer Dachterrasse für die Mitarbeiter führen gegenüber einem in erster Linie an den funktionalen Erfordernissen ausgerichteten Verwaltungsgebäude zu deutlichen Mehrkosten.

Es muss der Eindruck entstehen, dass der Wunsch der Entscheidungsträger ein repräsentatives Verwaltungsgebäude zu errichten leider stärker ist als der politische Wille zur Kostendisziplin. Die Mehrkosten werden die Verschuldung der Verbandsgemeinde in die Höhe treiben und voraussichtlich zu einer Mehrbelastung der Ortsgemeinden in der Pellenz führen, die über die Verbandsgemeindeumlage an der Finanzierung  beteiligt werden. Letztlich wird der Steuerbürger die Mehrbelastung tragen müssen. Die letzte Entscheidung ist noch nicht gefallen, deshalb sollte nochmal ernsthaft über massive Einsparmöglichkeit nachgedacht werden. Notfalls ist unseres Erachtens auch der aktuelle Architektenentwurf in Frage zu stellen. Sonst bleiben die Aussagen von Verbandsbürgermeister Bell alles tun zu wollen, um die Kosten im Rahmen zu halten nichts weiter als Lippenbekenntnisse. Kosmetische Maßnahmen zur Kostensenkung helfen da kaum weiter.

Harald Heider

FDP-Mitglied im Verbandsgemeinderat der Pellenz

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